Der Heidengraben – ein Kulturdenkmal von europäischem Rang

Die drei Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben wollen zusammen das Gebiet des ehemals größten keltischen Oppidums erschließen.

Es ist die schiere Größe und die äußerst reizvolle Landschaft der Berghalbinsel, die durch sanfte Eingriffe sichtbar und neu erlebbar gemacht werden wird. Archäologie mit modernsten Mitteln und naturnaher Tourismus sollen das keltische Erbe bei der Bevölkerung wieder ins Bewusstsein rufen und Besucher aus ganz Europa auf die Vordere Alb locken.

Dabei werden strenge Kriterien im Bezug auf Umwelt und Nachhaltigkeit angelegt. Klasse statt Masse soll die Zielsetzung sein bei der Umsetzung des Erlebnisfeld Heidengraben.

Der Heidengraben - das größte keltische Oppidum in Mitteleuropa

Um 100 v. Chr. entstand auf der Vorderen Alb die größte Siedlung der prähistorischen Zeit in Mitteleuropa, der Heidengraben. Er gehörte zu einem Netz keltischer Städte (lat. Oppida), das von Frankreich bis Böhmen reichte. Als Verbindungsglied zwischen Rhein und Donau kam dem Heidengraben eine ganz besondere Bedeutung zu. Noch heute – über 2000 Jahre später – sind die Reste seiner gewaltigen Befestigungsanlagen gut im Gelände sichtbar. Die Wurzeln des Heidengrabens reichen aber sehr viel weiter, bis um 1200 v. Chr. zurück. Zu dieser Zeit entstand im Bereich des heutigen Burrenhofs ein Gräberfeld, das sich im Laufe der folgenden Jahrhunderte zu einem einzigartigen Bestattungs- und Sakralplatz entwickelte. Dabei verband ein sternförmiges Wege- und Straßensystem das Kultareal mit den umgebenden Siedlungen. Als einmalige Fundorte der keltischen Zeit bilden der Heidengraben und das Gräberfeld beim Burrenhof heute ein Kulturdenkmal von europäischem Rang.

sinnvolles alt-Tag

Drei Gemeinden – zwei Landkreise – ein Projekt

Vorbildlich – über zahlreiche Grenzen hinweg – wurde das Projekt Erlebnisfeld Heidengraben initiiert und weiterverfolgt. Über 2000 Jahre war es wie ein Dornröschenschlaf, in den das einstmals so bedeutende Oppidum auf der Schwäbischen Alb gefallen war. Der gemeinsamen Initiative der Gemeinden Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben ist es zu verdanken, dass sich der Schlaf nun dem Ende zuneigt. Sie möchten das keltische Erbe sicht- und erlebbar machen und somit der Bevölkerung der Region den Mehrwert einer weitergehenden touristischen Nutzung erschließen. Die drei Kommunen haben erkannt, dass mit den weichen Standortfaktoren Kultur und Landschaftsschutz die Attraktivität der Region auf lange Sicht erhalten werden kann. Die Einigkeit der drei Gemeinden spiegelt sich im grafi schen Erscheinungsbild und in der architektonischen Anlage des Heidengrabenzentrums – in Panorama, Hüle und Forum – wider.

Karte des Erlebnisfeld Heidengraben

Das Erlebnisfeld Heidengraben

Die einzigartige Größe und Bedeutung des Oppidums soll anhand thematischer Wege und Stationen vermittelt werden. Eine App für Smartphone und Tablet liefert die dafür notwendigen Informationen und Zusammenhänge und dient gleichzeitig als Wegweiser für das Erlebnisfeld. Im Heidengrabenzentrum erwartet den Besucher ein optisches Highlight, das Panorama keltischen Lebens. Diese Momentaufnahme aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. fokussiert das Geschehen innerhalb der Stadtgrenzen und im landwirtschaftlichen Umfeld davor. Auf fast 500 Quadratmetern Fläche – sieben Meter hoch, siebzig Meter lang und kreisrund – kann Geschichte hautnah erlebt werden. Das Panorama soll in einer Mischtechnik aus Malerei und computergenerierter, digitaler Darstellung erstellt werden. Mittels Licht- und Tontechnik werden Tag- und Nachtstimmung, Geräusche und Sprache erzeugt, die den Sinneseindruck keltischen Lebens am Heidengraben verstärken.

3d-Ansicht von oben

Kosten und Finanzierung

Für die Herstellung des Erlebnisfelds Heidengraben werden nach einer Kostenschätzung vom Januar 2015 insgesamt 4,5 Mio. Euro benötigt. Dieser Betrag verteilt sich auf verschiedene Teilprojekte und Module, zu denen unter anderem das Heidengrabenzentrum und der Kelten-Erlebnis- Pfad gehören. Die Planung und Konzeption des Kelten-Erlebnis-Pfads erfolgt mittels einer Förderung durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Für die weitergehende Umsetzung des interaktiven Kelten-Erlebnis-Pfads ist ein Förderantrag bei LEADER geplant. Weitere Zuschüsse sind durch die Region Stuttgart in Aussicht gestellt worden. Eine große Beteiligung erhoffen sich die drei Kommunen darüber hinaus von Seiten des Landes Baden-Württemberg. Die geplante Finanzierung der Gesamtkosten untergliedert sich in:

Mittel der beteiligten Gemeinden 1,3 Mio. Euro
Öffentliche Mittel 2,0 Mio. Euro
Sponsoring 1,2 Mio. Euro